Dienstag, Dezember 06, 2005

Heiratsboom

Bei den Engländern steppt der Bär. Endlich dürfen auch dort Homosexuelle heiraten. Per etwas befremdlich anmutendem Wartelisten verfahren werden jetzt auch homosexuellen Paaren die gleichen Rechte eingeräumt wie heterosexuellen.

Dazu trägt Mann (oder Frau) sich auf einen Antrag ein und unterschreibt. Nach zwei Wochen ist die "Ehe" im rechtlichen Sinne gültig.

Elton John und George Michael haben bereits ihre Heiratspläne offengelegt und werden demnächst auch "vor den Altar" treten.

Inzwischen haben auch einige Geschäftsleute die Möglichkeiten erkannt, die sich hinter den gleichgeschlechtlichen Partnerschaften verbergen: Hochzeitstorten sind bereits mit zwei kleinen Zuckerguss-Männern oder zwei Zuckerguss-Frauen an der Spitze erhältlich. Sogar die ehrwürdige Zeitung "The Times" reagiert auf die neue Situation: Auf ihren Seiten findet sich nun eine Anzeigen-Rubrik "Schwule Hochzeiten".

Gut, das war zu erwarten. Aber ich finde es sehr bemerkenswert, diesen Schritt gleich komplett von Staats wegen einzuführen, bei uns ist (und war?) das ganze ja Sache der einzelnen Bundesländer. Dieser Schritt, so finde ich, zeigt, dass Homosexuellen immer endlich der Respekt als gleichgestellten Partnern entgegengebracht wird und Homosexualität nicht mehr als krankhafte Mutation oder Verirrung des Geschlechts betrachtet wird. Wenigstens in England.

Und wenn man es genau überlegt: Diese ganze diskriminierung von Schwulen und Lesben ist doch eher ein mehr oder weniger zeitgenössisches Phänomen. Immerhin war das bei Römern und Griechen an der Tagesordnung - Pädophilie zumindest bei Griechen auch, aber das ist eine ganz andere Sache. Da geht es um Menschen, Kinder, die in eine sexuelle Rolle gepresst werden, deren sie sich nicht einmal bewusst sind.

Aber dennoch: Danke, England. Ein kleiner Schritt für das Parlament, ein großer Schritt für eine soziale Welt. (oder so...)

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