Donnerstag, Januar 19, 2006

Gelesen: „Der Schwarm“ von Frank Schätzing

Bei dem Roman „Der Schwarm“ vielmehr um einen Thriller(?) der ökologischen dritten Art. Die Welt steht vor dem Abgrund, ehemals friedliche Meeresbewohner greifen Schiffe und Menschen an, Krabben und Hummer explodieren bei Kamikaze-Attentaten und überall taucht eine dubiose Gallerte auf...

Soweit, so gut, lässt der Titel des Buches doch die Interpretation zu, es handele sich bei diesem Buch um eine Romanze/Liebesgeschichte á la Groschenroman, die man an jedem Kiosk in tausendfacher Ausführung kaufen kann. Wer das immer noch denkt, wenn er merkt, dass dass das Buch ca. 1000 Seiten aufweist, der hat wohl auch nicht auf den Preis geachtet. Groschenromane heißen eben Groschenromane, weil sie billig sind – in jeder Hinsicht.

In krassem Gegensatz steht dazu dieses Buch. Verschiedene Personen und somit Handlungsstränge, die meilenweit getrennt sind, fließen zusammen, Zusammenhänge werden immer klarer: Die Tiere werden von einer unbekannten Macht ferngesteuert. Das Ziel: es scheint, als wollten die Tiere die Menschen aus und von den Meeren vertreiben. Nachdem ihnen das zum größten Teil gelungen ist, folgt der nächste Schlag: Die Tiere kommen an Land – in Form von Kamikaze-Krabben, die Gallerte enthalten und sich bereitwillig plattfahren lassen um eine in der Gallerte enthaltene Killeralge in den Wasserkreislauf der Städte zu bringen und Hummern, die sich fangen lassen und dann vor den Augen von Köchen im wahrsten Sinne explodieren und die gleiche Gallerte zu verspritzen wie die Krabben.

Ausnahmezustände gibt es auch durch frühe Entdeckungen: Ein neu entdeckter Wurm löst mit Hilfe von Bakterien riesige Mengen gefrorenes Methan vor den Küsten auf. Nicht weiter tragisch, sollte man meinen, doch die Küsten werden von eben diesem Methan gestützt. Als die Küsten anfangen zu rutschen ist schon fast alles zu spät, ein Tsunami verwüstet halb Europa.

„Schuld“ an allem hat ein Organismus, der so alt ist, wie die Welt selbst, ein Kollektiv, ein Schwarm aus Einzellern der in den Tiefen des Ozeans zuhause ist. Der Versuch einer friedlichen Lösung gestaltet sich schwierig, zumal unter Zeitdruck, denn Kommunikation mit „grünen Männchen“ stellt sich nur in der Theorie des Fernsehens so einfach dar, sind die Aliens doch meistens auf eine mehr oder weniger menschliche oder animalische Art greifbar...

Spannend bis zum Schluss und sehr unterhaltend. Ich komme wirklich nicht darum herum, dieses Buch dringend weiterzuempfehlen.

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