Donnerstag, April 20, 2006

Eier

oder: Leute, die nicht merken, wenn Sie genug haben

Tja, Teil eins der Ankündigung von hier wurde ja schon ausführlich beschrieben. Ice Age war Klasse. Was auch Klasse am Wochenende war: Am Freitag habe ich meine Shisha, die seit anderthalb Jahren bei mir herumsteht, endlich eingeweiht. Gleichzeitig wurde damit meine Freundin in die Kunst des Shisharauchens eingeführt. Zwei erste Male auf einen Streich also.

Nun denn. Während wir uns es den Freitag dann alleine mit der Pfeife gemütlich machten und nebenbei das eine oder andere Brettspiel spielten, hatten wir am Sonntag (mehr oder weniger) nette Gesellschaft. Spieleabend zu viert – mit ihrem Bruder und seiner Freundin.

Den Abend begannen wir mit FLUXX, einem ziemlich krassen Kartenspiel, dass zu gewissen Uhrzeiten ganz im Sinne der alten Weisheit „erst müd', dann blöd“ einfach nur noch fetzt. Finde ich, auch wenn ich kein einziges Mal gewonnen hatte (bis zum Ende, das war das letzte Spiel). Ihr Bruder hingegen war da ganz anderer Meinung, hatte er doch noch ein Spiel weniger gewonnen.

Dass er ein schlechter Verlierer ist, war schnell zu merken, aber selbst als Gewinner beim danach folgenden UNO-Spielen war er nicht besser. Während meine Freundin und ich (gut, meistens ich ihr) uns im Spass manchmal Sachen wie „Leck mich doch am !@$%&“ an den Kopf werfen, wissen wir beide, dass es eben ein – wenn auch derber – ebensolcher ist.

Da ihr Bruder im „wahren Leben“ eben nicht ganz so frech und fies ist, wie ich es bin, war es für seine Freundin – auch unter dem Gesichtspunkt des schlechten Verlierers – nicht erkennbar, was bei ihm noch Ernst war und was nicht. Mehr als einmal blieben in der UNO-Runde die beiden alleine beim Gerangel um Platz 3 zurück, was bei ihm im Falle des wirklich letzten Platzes deutliche deutliche Frustration und damit verbundene Aggression zutage legte.

Schlussendlich – es war mittlerweile schon fünf Uhr morgens und die Pfeife war schon lange aus – stiegen wir auf Rummikub um. Während ich extrem schnell fertig war, und die Mädels noch verzweifelt versuchten, irgendwo anzulegen, zog er Karte um Karte um Karte und erklärte immer wieder, er könne nicht einmal „rauskommen“. Als ich fertig war, habe ich mir seine Karten angesehen und musste ihn – so fies es war – auslachen. Der Kerl hatte 3!!! Joker, er hätte fast eine ganze Straße bauen können!

Irgendwie ist er dann beleidigt abgezogen, hat seine mittlerweile leere Sangriaflasche mitgenommen und ist ins Bad gewankt. Tür abgeschlossen, ein Klirren. Stille. Dann war nur noch das hässliche Geräusch einer Flüssigkeit, die aus einem krampfenden Magen oral herausgepresst wird und das plätschern ebenjener in der Kloschüssel zu hören.

Nach insgesamt 20 Minuten Rummikub waren wir letztendlich im Bett, nachdem wir den Besoffenen endlich in sein Bett verfrachtet und seine Freundin, die total geschockt war, weil sie ihn zum erstem Mal so kaputt gesehen/erlebt hat, einigermaßen beruhigt und ihm einen Eimer hingestellt hatten.

Am nächsten Tag haben wir den Beiden sogar essen gemacht und uns um Sie gekümmert. Nachdem wir sie dann am (versauten, weil wegen so nem Deppen vermiesten) Ostermontag zu seiner Freundin gefahren hatten und wiederkamen – nach ner leeren Autobatterie im Drive In (das ist ne lange Geschichte) – stellten wir dann fest, dass er wohl nachts nochmal in den bereitgestellten Eimer gekotzt hatte. Zu allem Überfluss hat der Kerl dann noch das Handtuch in den Eimer geschmissen. Und ach ja: gespült haben die zwei natürlich nicht.

Es gibt echt Menschen, die sowas von undankbar und verbohrt sind. Und schlechte Gewinner und noch schlechtere Verlierer. Ich persönlich gehöre zu der Sorte, die solche Menschen – zumindest ihre Charakterzüge – irgendwie nicht ausstehen können. Sicher, jeder hat Fehler. Aber man könnte ja mal dran arbeiten.

Und wer kotzt, macht gefälligst selbst seinen Scheiß sauber und stellt ihn nicht den anderen hin. Schon gar nicht so. Vielleicht erkläre ich ihm das bei Gelegenheit. Ich bezweifle ja, dass es was hilft, aber bevor ich ihm das irgendwann (hand-)begreiflich mache, versuch' ich's auf die freundliche Art. Ich bin nämlich so einer.

Kommentare:

wtf hat gesagt…

So ein mieses Stück Scheiße ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen.

Kommt Zeit, kommt Arschloch, geschieht Fenstersturz.

.campino2k hat gesagt…

Tjoa.. Gestern hab ich dann erfahren, dass er schlussendlich das Handtuch dann selbst aus dem Eimer geholt und ausgewrungen hat.

Aber Wäschewaschen kann er nicht, bzw. soll er nicht - weil er es ja nicht kann - ein Teufelskreis.

Aber gut... Es gibt Leute deren selbstständiges Leben muss eben irgnedwann so Cold-Turkey-Like beginnen.