Montag, Juli 10, 2006

Freundschaft

Ich hatte immer gedacht, uns kann nichts auseinanderbringen. Vielleicht habe ich mich da getäuscht, vielleicht war ich zu naiv. Wie konnte ich das auch annehmen, nach nur 12 Jahren oder so? Wie dumm von mir. Nach wie vor bezeichne ich ihn als meinen besten Freund, aber ist er das noch, vor allem aus seiner Sicht?
Damals, als er sich in Kanada verwirklichen wollte, da habe ich mich für ihn gefreut, als die Bestätigung kam.
Als er wiederkam und direkt nach Berlin ging, war ich etwas enttäuscht. Als ich einige Wochen nichts gehört hatte, dachte ich, er hat viel zu tun.
Aber irgendwann hatte ich keine Lust mehr, eMails und SMS ins leere abzuschicken, ohne die Aussicht auf Antwort.

"Kein Mann hat trotz allem Stress nicht doch soviel Zeit, allen zu erzählen, dass er keine Zeit hat."
Bei den letzten Malen, als ich ihn gesehen habe, musste er seine Wichtigkeit immer mit einer dauerhaften Telefonitis, extremer Gönnerhaftigkeit und einer Demonstration davon, wen er alles kennt unterstreichen und wenn er sagt, er will dann einmal im Monat nach Berlin fahren, weil er seine ganzen Leute vermisst, dann frage ich mich, ob ich und ob wir, seine alten Freunde, die wissen, wie er wirklich ist, die die Seite ohne aufgesetzte Fröhlichkeit kennen, plötzlich weniger wert sind, denn zu uns konnte er ja nicht einmal einen halbwegs konstanten Kontakt halten. Aber wer weiß schon, ob er das wollte...

Es ist hart zusehen zu müssen, wie sich jemand in nur zwei Jahren so weit von sich selbst entfernen kann. Es ist wirklich schade.

Jetzt kommt er in einer Woche wieder "runter" und trotzdem wird er mir vermutlich fremd bleiben, aber vielleicht bekommen wir ja die Chance, uns einmal auszusprechen, auch wenn ich das derzeit bezweifle...

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