Sonntag, Februar 18, 2007

Telefonie, Telefono, Telefonia-hia-ho

„Wenn man grad' vom Teufel quatscht, kommt er auch schon angepatscht“, so ein altes deutsches Sprichwort. Wenn man auch das ganze Jahr von kaum jemandem angerufen wird, und das rund um die Uhr, dann passiert es eben auch, dass, wenn einer anruft, der nächste gleich danach anruft. Wenn dich grad der Teufel quält, wirst Du wieder angewählt, könnte man als Themenvariation auch über diesen Artikel schreiben.

Angefangen hat es am Donnerstag auf der Arbeit, erst ein, dann noch ein Thomas, dann ein Philipp, dann der zweite Thomas gleich wieder, just als ich auf dem Klo saß und einen abseilen wollte. Alleine. Und das alles während der Arbeitszeit.

Soweit so gut. Der eine Thomas hatte eine Frage, der andere wollte einfach mal so telefonieren (zumindest hatte ich den Eindruck) und als ich ihm dann erklärt hatte, dass ich grade auf dem Klo säße, war es ihm scheinbar nicht so unangenehm, wie ich gehofft hatte. Was soll's...

Der Freitag war dann wieder ruhig, eigentlich sogar zu ruhig, denn ich konnte nicht einmal mit meiner besseren Hälfte telefonieren, die unterwegs und danach dann auch gleich ins Bett gefallen ist, todmüde.

Interessant war in dieser Hinsicht der Samstag abend: Erst der Thomas, dessen Fotokarte ich noch hatte. Da ich nicht zuhause war, musste ich organisieren, dass er sie trotzdem abholen konnte, also: anrufen zuhause.

Danach dann wieder mit Thomas telefonieren, der schon vor meiner Haustüre stand. Nachdem er dann aufgelegt hatte, klingelte mein Handy erneut. Eine blöde Telefonmarketing-Angestellte wollte mich für irgendeine Wirtschaftsumfrage interviewen, erst ein das dritte, freundliche, aber bestimmte „Nein, Danke“ brachte es zustande, dass die Dame nach hastigen „keine Werbung, keine Verträge, keine Verkaufsgepräche“ und einem sehr zurückhaltenden, skeptisch fragenden „ja“ auf die Frage, ob mein Name denn der sei, den sie zu dieser Nummer im Register hatte, aufgab.

Allerdings habe ich festgestellt, dass die Damen und Herren Telefonsklaven immer unfreundlicher werden. Auf das freundlich-nachdrückliche „Nein, DANK-E“ (beim zweiten und dritten bis n-ten Mal versuche ich, das ganze immer deutlicher zu betonen) legen die Damen dann auf. Meistens grußlos, Entschuldigungen habe ich von solchen behämmerten Werbesklaven sowieso nie gehört, immerhin könnte man davon ausgehen, dass man Samstag abends einfach stört. Einmal hat mir eine Frau dann ein patziges „Na gut, das ist dann aber ihr Problem“, in die Ohren gerufen, weil ich an einer Informationsveranstaltung nicht teilnehmen wollte.

Die nächste Person, die wegen einer Scheissumfrage oder -werbung bei mir stört, wird nach Möglichkeit gleich am Telefon angeschrien. Wenn die Umgebung es erlaubt.

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