Samstag, Juni 02, 2007

Lebensumstandsänderung

Kündigungen schreiben ist toll. Wirklich. Deutlich besser als Bewerbungen. Viel kürzer, der Ton ist auf das nötigste beschränkt, man muss bloß angeben, was man will. Und alles passt auf 1 Blatt.

Die Bewerbungen, die ich in letzter Zeit (mit)geschrieben habe, waren da deutlich aufwändiger. Aber ich kann sagen: Es hat sich gelohnt. Aber sowas von. Noch 4 Wochen, dann fängt Frau Schatz bei einem neuen Arbeitgeber an. Mit längerer Fahrt und etwas weniger Gehalt als momentan. Warum es sich trotzdem lohnt? Der jetztige Arbeitgeber ist ein privater mobiler Pflegedienst. Die freundliche Suchmaschine deines Vertrauens hilft dir sicherlich, etwas über die Arbeit im mobilen Pflegedienst herauszufinden. Ansonsten kennt man bestimmt jemanden, der entweder selbst dort arbeitet oder jemanden kennt, der dort arbeitet. In einem privaten Pflegedienst, nicht bei Caritas oder ähnlichen quasi-öffentlichen Diensten.

Ich habe es seit einem Jahr fast hautnah miterlebt, wie meine Freundin nach und nach einfach immer weiter nach unten gezogen wurde durch diese Arbeit. Und von daher bin ich froh, dass sich diese ganze Arbeit, die nicht nur sie mit den Bewerbungen, sondern wir alle damit hatten, endlich ausgezahlt hat.

Denn es kostet schon verdammt viel Kraft, einen Menschen, der sich fast jeden Tag am Boden zerstört zur Arbeit schleppt und noch zerstörter wiederkommt, aufzubauen, ihm Mut und Kraft zuzureden und den ganzen Tag (bzw. in den letzten paar Stunden) zu trösten, versuchen, eben diesen geliebten Menschen zum Lachen zu bringen, auch wenn es einem selbst dreckig geht.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass das Arbeitsklima der Klinik so ist, wie es in den paar Tagen beim Bewerbungsgespräch, beim Schnuppertag und dem Tag, an dem sie den Vertrag unterschrieben hat, auch so bleibt. Aber da habe ich eigentlich wenige Bedenken.

1 Kommentar:

Yiren Y. hat gesagt…

Hallo,

da gratuliere ich aber recht herzlich. Ich kenne die Situation, sowohl aus der des Tröstenden als auch des Getrösteten. Und ja, Kündigungen schreiben ist wirklich ein gutes Gefühl. :-)