Sonntag, Juli 08, 2007

Urheberrecht 2.0

Die Damen und Herren Politiker, die das neue Urheberrecht verabschiedet haben, haben sich meiner Meinung nach dermaßen von der MI und deren diversen Lobbyverbänden einwickeln lassen, dass es einfach nur noch zum kotzen animiert.

Aber was neue Medien angeht, haben die ja nicht mal geringste Kenntnisse. Meistens. Und das ist noch nicht mal das schlimmste. Solche Leute, die Medienkompetenz scheinbar für eine schlimme Krankheit halten, entscheiden dann auch gleich noch über Online-Durchsuchungen respektive den Bundestrojaner ("Das Internet ist eine große Telefonanlage"), Open Access (wo sich der Schriftstellerbund dann wieder über Urheberrechtsverletzungen mokiert. Also noch dümmer geht's ja nicht) und eine Regulierung des Internet an sich.

Und wenn ich dann höre, dass das BMI und die Bundesregierung zwar einerseits auf Open Source setzen und den Einsatz von Open Source Software fördern, aber gleichzeitig die Verträge mit MS im Bundestag verlängern, weil die präsentierte OS-Lösung bestimmte Features nicht implementiert hatte (weil sie sich nicht in der Ausschreibung also dem Quasi-Pflichtenheft enthalten war), dann frage ich mich ehrlich, was diese Menschen da, die scheinbar jeglichen Bezug zum alltäglichen Leben des Volkes verloren haben, eigentlich den lieben langen Tag machen.

Und die Abmahnungshöchstgrenze von 50 Euro hat die Frau Brigitte ja immer noch nicht durch. Versucht sie das eigentlich noch? Oder recherchiert sie jetzt was Browser sind?

Und dann war die noch die Sache mit dem §202c des StGB. Ich mein ja nur, die Gelben Seiten haben jede Menge Menschen, die Ahnung von IT und Jura haben in ihrem hübschen Büchlein. Warum hört man nicht auf die? Zum einen hat man die ja nicht wirklich gefragt, mag sein. Aber bei den ganzen Protesten und Äußerungen von Technischen Sachverständigen und Juristen, Wissenschaftlern und Sicherheitsfirmen könnt ihr mir nicht erzählen, ihr hättet davon nichts gewusst.

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